Pfefferspray im Flugzeug – Darf es mit an Bord?

Wer Pfefferspray besitzt, möchte es womöglich immer und überallhin mitnehmen – und dafür gibt es viele gute Gründe. Wir empfehlen deshalb generell, sich Pfefferspray für den Alltag zu besorgen. Schließlich kann man zu jeder Zeit Opfer von Gewalt werden.

Gerade aber in beliebten Urlaubsorten gibt es eine hohe Kriminalitätsrate. Naive Touristen sind gern gesehene Opfer von Straftaten. Da stellt man sich schnell die Frage, ob man Pfefferspray mit ins Flugzeug nehmen darf.

Dabei sorgt die Mitnahme von Pfefferspray oft für Unsicherheit und Diskussionen. Darf man es oder darf man es nicht? Was ist, wenn man es im aufgegebenen Koffer sicher verstaut?

Ob die hohen Sicherheitsvorkehrungen beim Fliegen eine Mitnahme von Pfefferspray zulassen, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wie so oft im Leben lautet die Antwort: „Es kommt darauf an…“

Eigentlich ist es nämlich vom Gesetz her erlaubt, aber praktisch ist es verboten. Im folgenden Artikel werfen wir Licht ins Dunkle.

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Gilt Pfefferspray im Ankunftsland als Waffe?

Bevor Sie sich die Frage stellen, ob Sie Pfefferspray im Flugzeug transportieren dürfen, sollten Sie sich informieren, ob es im Ankunftsland überhaupt legal ist. Ansonsten können hohe Strafen auf Sie warten!

Die Legalität von Pfefferspray variiert nämlich von Land zu Land. Es ist deshalb wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, bevor man es mit auf Reisen nimmt. Sie sollten also vor Ihrer Reise unbedingt die örtlichen Gesetze und Bestimmungen des Ankunftslandes überprüfen, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Nur so ist Pfefferspray im Urlaub ohne Konsequenzen mitzuführen.

Im schlimmsten Fall könnte man vielleicht sogar als Waffenschmuggler vor Gericht landen.

Gesetzliche Flugtransport-Bestimmungen zu Pfefferspray weltweit

Laut Gesetz ist Pfefferspray in Passagierflugzeugen nur im Handgepäck verboten. Im aufgegebenen Koffer darf man es theoretisch transportieren.
Laut Gesetz ist Pfefferspray in Passagierflugzeugen nur im Handgepäck verboten. Im aufgegebenen Koffer darf man es theoretisch transportieren.

Vom Gesetz her, sollten Pfeffersprays per se im Flugzeug nicht verboten sein. Dennoch hat natürlich jedes Land seine eigenen Gesetze und es gibt immer Ausnahmen.

Aber selbst die deutsche Bundespolizei listet Pfefferspray nur als verbotenen Gegenstand im Handgepäck auf. Im Aufgabegepäck ist es nicht explizit erwähnt.

Auch in den USA verhält sich die Sache ähnlich. Während Pfefferspray im Handgepäck ebenfalls verboten ist, ist es im Aufgabegepäck wiederum erlaubt. Dieses muss aber zwingend den TSA-Vorschriften (Transportation Security Administration) entsprechen.

Ein 118-ml-Behälter […] Pfefferspray ist im aufgegebenen Gepäck erlaubt, sofern er mit einem Sicherheitsmechanismus ausgestattet ist, der ein versehentliches Austreten verhindert.

Quelle: TSA-Vorschrift bzgl. Pfefferspray

Die Federal Aviation Administration (FAA) beschränkt dies noch zusätzlich auf ein Pfefferspray pro Fluggast.

Grundsätzlich sind viele Fluggesellschaften aber extrem vorsichtig, was den Transport von Pfefferspray angeht. Selbst, wenn es gesetzlich vielleicht erlaubt ist, verbieten viele Airlines die Mitnahme. Dies liegt daran, dass Pfefferspray als potenziell gefährlich betrachtet wird und bestimmte Sicherheitsrichtlinien im Flugverkehr gelten.

Außerdem können Dosen, die unter Druck stehen, leicht im Flugzeug explodieren und Passagiere verletzen.

IATA-Bestimmungen zur Mitnahme von Pfefferspray

Das führt uns direkt zur IATA (International Air Transport Association) – gemeint ist die „Internationale Luftverkehrs-Vereinigung“. Dabei handelt es sich um einen Verband, der die Interessen der Luftfahrtindustrie vertritt und den reibungslosen Ablauf des Gepäcktransports regelt.

Sie ist zwar eine zivile Vereinigung, aber mehr als 300 Fluggesellschaften weltweit gehören ihr an. Diese führen insgesamt 94% (!) aller internationalen Flüge durch. Sie können sich also ziemlich sicher sein, dass die Fluggesellschaft, mit der Sie fliegen, den IATA-Bestimmungen unterstellt ist.

Sowohl deutsche, als auch internationale Fluggesellschaften orientieren sich demnach hinsichtlich der Mitnahme von Pfefferspray im Flugzeug an den Richtlinien der IATA.

Diese hat ganz klare Gefahrgutvorschriften (PDF) festgelegt, die auch explizit auf Pfefferspray eingehen:

Geräte zum Handlungsunfähigmachen (Selbstverteidigungsgeräte) wie Muskat- und Pfefferspray usw., die reizende oder handlungsunfähig machende Stoffe enthalten, sind an der Person, im aufgegebenen Gepäck und im Handgepäck verboten.

Quelle: Hinweise zu gefährlichen Gütern für Passagiere der IATA

Wenn Sie also mit einer der IATA angehörigen Fluggesellschaften fliegen, ist Pfefferspray im Handgepäck und im aufgegebenen Koffer verboten! Da spielt es keine Rolle, welche Gesetze es erlauben würden.

Deutsche Fluglinien, die Pfefferspray verbieten

Folgende große deutsche Fluglinien verbieten aufgrund der IATA-Zugehörigkeit auf jeden Fall die Mitnahme von Pfefferspray:

  • Lufthansa
  • Eurowings
  • Condor
  • TUI fly
  • Germanwings

Diese kurze Liste ist natürlich nicht komplett. Man kann aber davon ausgehen, dass die meisten deutschen Fluglinien der IATA angehören und somit ein Transport von Pfefferspray generell verboten ist.

Was ist mit der Ausnahmeregelung bzgl. Flüssigkeiten an Bord?

Es gibt allgemeine Ausnahmeregelungen hinsichtlich Flüssigkeiten im Handgepäck. Kann man sich also darauf berufen und Pfefferspray mitnehmen?

Checkliste: Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen

  • Flüssigkeiten müssen in Behältnissen mit einem maximalen Fassungsvermögen von 100 Millilitern transportiert werden.
  • Diese Behälter müssen dann in einem transparenten, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit einem Fassungsvermögen von maximal einem Liter verstaut werden.
  • Pro Passagier ist in der Regel nur ein solcher Plastikbeutel erlaubt.
  • Der Plastikbeutel mit den Flüssigkeiten muss separat am Sicherheitskontrollpunkt vorgezeigt werden.
  • Medikamente können mit entsprechenden Nachweisen (z.B. ärztliches Attest) in größeren Mengen mitgeführt werden.
  • Getränke, die nach der Sicherheitskontrolle erworben wurden, dürfen mit an Bord genommen werden.

Logisch betrachtet, könnte man ein kleines Pfefferspray, wie das ABUS Pfefferspray mit Jetstrahl* in einen dieser Plastikbeutel verstauen und mitnehmen, richtig? Dieses beliebte Pfefferspray ist klein und kompakt und ist eindeutig unter der 100 ml-Grenze.

ABUS Pfefferspray mit Jetstrahl
ABUS Pfefferspray mit Jetstrahl von ABUS
  • In Deutschland frei verkäufliches Pfefferspray – ausschließlich zur Tierabwehr und nur für den deutschen Markt bestimmt
  • Bis zu 5 Meter Reichweite dank konzentriertem Jet-Sprühstrahl – zielgenau und windstabil – insgesamt 8 Sekunden Sprühdauer
  • Funktioniert auch kopfüber dank ausgeklügelter 360°-Sprüh-Technologie für ein kräftiges Sprühen aus allen Lagen – eine Federdeckelsicherung schützt vor versehentlichem Auslösen des Pfeffersprays
  • In Polizeieinsätzen bewährter und hochwirksamer Reizstoff (enthält „Oleoresin Capsicum“) – in deutschen Laboren entwickelt und geprüft
  • Die Spraydose ist einfach und schnell zu bedienen – optional auch mit einer Dose Trainingsspray erhältlich, um im Notfall sicher zu agieren
  • Das Set beinhaltet zwei Dosen des Abwehrsrpays SDS80

Trotzdem funktioniert das so nicht!

Diese Regelungen gelten natürlich nicht für Pfefferspray, da es als Gefahrgut eingestuft wird. Aufgrund seiner potenziellen Gefährlichkeit und seiner Eigenschaften fällt es unter diese Kategorie.

Mitnahme von Pfefferspray im eigenen Kleinflugzeug

Im eigenen Privatflugzeug Pfefferspray mitzunehmen ist durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation verboten.
Im eigenen Privatflugzeug Pfefferspray mitzunehmen ist durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation verboten.

Immer mehr Deutsche sind im Besitz einer privaten Fluglizenz und eines eigenen Kleinflugzeugs. Die Gemeinschaft der Hobbyflieger und Flugzeugbesitzer wächst dementsprechend immer weiter.

Da stellt sich schnell die Frage, ob man eigentlich Pfefferspray im eigenen Kleinflugzeug mitnehmen darf.

ICAO-Bestimmungen für die zivile Luftfahrt

Man könnte meinen, dass man im eigenen Flugzeug machen darf, was man will. Schließlich ist es doch das private Eigentum und es sollte sich doch so verhalten, wie mit Pfefferspray im Auto – oder?

Das ist aber falsch.

Grund dafür ist die International Civil Aviation Organization (ICAO), auf Deutsch die „Internationale Zivilluftfahrtorganisation“. Diese wurde mit dem Ziel gegründet, den zivilen Luftverkehr auf internationaler Ebene zu standardisieren. Genau das hat sie auch gemacht.

So integrieren und überwachen die nationalen Luftfahrtbehörden die ICAO-Standards auf nationaler Ebene. In Deutschland wird dies beispielsweise durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) durchgeführt. Das bedeutet, dass man die ICAO-Standards auch als Hobbyflieger bzw. Privatflieger einhalten muss!

Folgende Arten von Sprays sind unter anderem verboten:

[…], einschließlich Insektenschutzmittel (Aerosol), Lederpflegemittel (Aerosol), Sprühfarbe und Pfefferspray.

Quelle: Appendix on DANGEROUS GOODS (PDF)

Das bedeutet also, dass Pfefferspray auch in der zivilen Luftfahrt verboten ist.

Pfefferspray im Flugverkehr ist also tabu

Wie Sie sehen können, spielt es keine Rolle, ob sie Pfefferspray im Handgepäck, im aufgegebenen Gepäck oder sogar im eigenen Flugzeug mitnehmen wollen. Pfefferspray ist in 94% der Fälle generell verboten!

Wenn sie tatsächlich eine kleine Airline finden, die nicht Mitglied in der IATA ist und ihren Bestimmungen nicht unterliegt, dann kann man sich fast sicher sein, dass sie Gefahrstoffe wie Pfefferspray wiederum in ihren eigenen Airline-Gepäckbestimmungen verbietet.

Das ist natürlich sinnvoll, denn schließlich hat jede Airline ein eigenes Interesse daran, dass Flüge so sicher wie möglich stattfinden.

Im Endeffekt muss man sich fragen, ob man all diese Hürden aufnehmen will, nur um Pfefferspray mitnehmen zu dürfen. Es gibt so viele Stolpersteine: Die internationalen Fluggesetze, die nationalen Gesetze, die Airline-Bestimmungen usw.

Im Zweifelsfall kann aber nur ein Anruf bei der jeweiligen Fluggesellschaft Klarheit schaffen.

Dennoch Pfefferspray am Urlaubsort benutzen

Bleiben Sie dennoch hartnäckig und brauchen am Urlaubsort – aus welchen Gründen auch immer – unbedingt Pfefferspray, dann haben Sie genau drei Möglichkeiten:

  1. Kaufen Sie sich am Urlaubsort eine Pfefferspray-Dose. Achten Sie aber darauf, dass es dort legal ist!
  2. Sie können das Pfefferspray online kaufen* (z.B. bei Amazon). Geben Sie als Lieferadresse das Hotel an.
  3. Schicken Sie sich das Pfefferspray von Zuhause aus per Post ans Hotel.

Die letzte Möglichkeit ist aber absurd und macht überhaupt keinen Sinn, denn gerade Pfefferspray gehört zu den preisgünstigsten Selbstverteidigungsmitteln überhaupt.

Es neu zu kaufen ist dementsprechend das einzig Sinnvolle.

FAQ zur Mitnahme von Pfefferspray im Flugzeug

Zu guter Letzt noch einmal die wichtigsten Punkte bzgl. Pfefferspray im Flugzeug übersichtlich aufgelistet.

Darf man Pfefferspray im Handgepäck mitnehmen?

Nein, Pfefferspray ist im Handgepäck nicht erlaubt und absolut verboten, da es eine Gefahr für andere Passagiere sein kann.

Darf man Pfefferspray im aufgegebenen Koffer mitnehmen?

Nein, die meisten Airlines verbieten Pfefferspray im Aufgabegepäck. Nur einige erlauben es, wenn es den TSA-Vorschriften entspricht.

Darf man Pfefferspray im eigenen Kleinflugzeug mitnehmen?

Nein, laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) ist dies auch im privaten Flugzeug verboten.

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